Pflanzengesellschaft des Jahres 2025
Der Flechten-Kiefernwald
Zoombild vorhanden
Flechten-Kiefernwald (© Volker Binner)
Als deutschlandweit stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Pflanzengesellschaft (Rote Liste gefährdeter Biotoptypen) wurde der Flechten-Kiefernwald von der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft als Pflanzengesellschaft des Jahres 2025 ausgerufen.
Die namensgebenden Flechten sind eine Symbiose aus Pilz und Alge. Der Pilz bildet das Gerüst und schützt die Alge im Inneren vor Austrocknung. Die Alge hingegen stellt die aus der Photosynthese gewonnene Energie zur Verfügung, benötigt aber sehr viel Licht und wenig Konkurrenzvegetation. Diese ganz besondere Gemeinschaft ermöglicht es der Flechte auf Standorten zu wachsen, die für den einzelnen Partner unbesiedelbar wären.
Verantwortung für eine Besonderheit, weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus
Streurechen in Kiefernbestand (© Microsoft Copilot)
Hier ist Bayern bzw. Deutschland in der Pflicht, seiner Verantwortung für die geschützte Waldgesellschaften gerecht zu werden. Denn Flechten-Kiefernwälder bieten u.a. auch (Ersatz-)Lebensraum für einige seltene und hoch spezialisierte Tierarten. Der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) ist eine in Afrika überwinternde Nachtschwalbe, die ab Mai in den lichten Flechten-Kieferwäldern ihren Brutplatz am vegetationsarmen Boden findet und zwischen den Kronen lichter Kiefernwälder Insekten jagt.
So ist es nicht verwunderlich, dass Flechten-Kiefernwälder zu den gesetzlich geschützten Biotopen sowie zu dem europaweit geschützten Lebensraumtyp 91T0 „Mitteleuropäischer Flechten-Kiefernwälder“ der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie zählen.
Empfehlungen, die dem Erhalt und der Verbesserung der Flechten-Kiefernwald-Gesellschaft dienen:
- Die Förderung und der Erhalt von Waldkiefer als Hauptbaumart und einzelnen Birken, Vogelbeeren und Aspen als Nebenbaumarten
- Keine Förderung von gesellschaftsfremden Baumarten z.B. Roteiche
- Kein Vorbau mit Laubbaumarten
- Erhalt und Förderung von Kiefernwäldern mit unterschiedlichen Altersklassen in mosaikartiger Verzahnung
- Erhalt- und Förderung von Alt-/Biotopbäumen und Totholz
- Initiierung von Erhaltungs- und Wiederherstellungsprojekten in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und der Fachstelle für Waldnaturschutz
Zoombild vorhanden
Wiederherstellungsprojekt im Forstbetrieb Roding bei Bodenwöhr (© Aline Schwarz)
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